Adventswochenende in Dänemark

Was gibt es Schöneres, als mitten in der oft alles andere als besinnlichen Adventszeit ins verlassene Norddänemark zu flüchten? 

Für mich gibt es kaum etwas Besseres, als ein langes Wochenende vor dem Ofen zu verbringen: stricken, lesen, gelegentlich am Strand entlang spazieren, die Isager-Alpakas beoachten und einfach die Ruhe genießen. 

Doch wer Anfang Dezember in den kleinen Ort Tversted an der dänischen Nordseeküste fährt, sollte nicht nur Stille erwarten. Denn am ersten Dezemberwochenende findet dort der alljährliche Julemarked in der Tversted Skole statt – auf dem Gelände der Garnfirma Isager. Vor rund zehn Jahren hat Isager die alte Dorfschule übernommen und seither einen lebendigen Ort für Kultur, Handwerk und Begegnung geschaffen. 

 Der Weihnachtsmarkt, der nun bereits zum neunten Mal stattfand, ist in dieser Zeit enorm gewachsen. Was einst als kleines, lokal geprägtes Event mit viel Selbstgebasteltem begann, hat sich zu einer festen Institution entwickelt, die Künstler:innen und Besucher:innen aus ganz Norddänemark anzieht. Das Niveau der ausgestellten Arbeiten ist beeindruckend, die Vielfalt nahezu endlos: Keramik, Schmuck, Textil- und Holzhandwerk, Druckgrafik, Buchbinderei – es fehlt an nichts. Und natürlich wird man auch kulinarisch bestens versorgt. 

Es macht mindestens genauso viel Freude, gemütlich durch die Stände zu schlendern, wie sich mit Strickzeug und einem Kaffee in eine der vielen kleinen Ecken zurückzuziehen und das Treiben zu beobachten. Und dann wäre da noch das Isager-Garngeschäft, das selbstverständlich geöffnet hat – spätestens dort landet man als Stricker:in endgültig im Himmel. 

Obwohl ich seit Jahren nach Tversted komme und den Ort zu den unterschiedlichsten Jahreszeiten und Anlässen erlebt habe, bin ich immer wieder aufs Neue fasziniert. Eine absolute Empfehlung, hier einmal vorbeizuschauen – auch wenn das Wetter Anfang Dezember gern eher rau als romantisch ist.